Ressourcen
Guide Sales Enablement 9 Min. Lesezeit

Verkaufsgespräch führen: Redeanteil senken

Wer im Verkaufsgespräch am meisten redet, erfährt am wenigsten. So machst du den Redeanteil zur coachbaren Kennzahl: Terminvorlage, Ergebnisliste, Rhythmus.

Mit KI erkunden
Auf LinkedIn teilen

Das Gespräch lief gut. Fünfundvierzig Minuten, freundlich, niemand hat auf die Uhr gesehen. Dein Vertriebsmitarbeiter hat vierzig davon geredet. Am Ende kam „schicken Sie mir mal Unterlagen", und der Deal steht seitdem in der Pipeline, ohne dass jemand sagen könnte, woran er hängt.

Das war kein gutes Gespräch mit schlechtem Ausgang. Es war ein Termin, in dem der Falsche die Fragen beantwortet hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer im Verkaufsgespräch die meiste Zeit redet, verlässt den Termin mit den wenigsten belastbaren Informationen – und genau die fehlen danach im Deal.
  • Der Redeanteil ist ein Verhalten, das sich coachen lässt. bexio hat mit praxisnahem 1:1-Coaching derselben Mannschaft die Win-back-Rate um 25 % gehoben.
  • Die Bezeichnung des Termins entscheidet den Gesprächsverlauf, bevor jemand spricht: Wer „Pitch" in den Kalender schreibt, hat eine Bühne angekündigt.
  • Höflichkeitsfragen am Ende eines Monologs sind keine Kaufsignale. Sie landen trotzdem als Fortschritt im Forecast.
  • Ein Gesprächsstandard, der nur im Kopf des besten Verkäufers wohnt, lässt sich nicht weitergeben – und jede Einarbeitung fängt wieder bei null an.

Warum das längste Gespräch oft das schlechteste ist

Ein Termin, aus dem niemand etwas mitnimmt, kostet dich nicht nur eine Stunde. Er kostet dich die Information, die du später brauchst, um über das weitere Investment zu entscheiden. Was im Gespräch nicht gefragt wurde, steht danach in keinem Feld, und keine Nachbereitung holt es zurück.

Manuel Hartmann, Founder und CEO von SalesPlaybook, beschreibt das in seinem LinkedIn-Newsletter Diary Of A CRO mit einem Bild, das hängen bleibt: „Conversations work like a walkie-talkie. If you're on the speaking ‚button', you cannot listen. If you fail to listen, you fail to learn." Wer sendet, empfängt nicht. Im Bild geht es um den Informationsfluss im Termin.

Titelbild der Newsletter-Ausgabe „Quiet Sales Reps Are Awesome“ von Manuel Hartmann

Aus dem LinkedIn-Newsletter Diary Of A CRO von Manuel Hartmann, Ausgabe vom 10. Februar 2023.

In der Praxis sieht das so aus: Der Vertriebsmitarbeiter spürt Druck auf die Zahl und füllt die Unsicherheit mit Worten. Er präsentiert, stellt eine rhetorische Frage und präsentiert weiter. Der Käufer wird müde und greift zur Höflichkeitsformel. Niemand lügt, niemand ist unfreundlich, und trotzdem hat der Termin nichts geklärt.

Der erfahrene Verkäufer, der viel redet und trotzdem abschliesst, ist dabei das irreführendste Beispiel in deinem Team. Er gewinnt bei Käufern, die schon entschieden waren, als sie den Termin annahmen. Seine Abschlussquote sieht gut aus, seine Pipeline lässt sich nicht prognostizieren, weil niemand weiss, woran seine Deals wirklich hängen.

Der Termin entscheidet, wie viel geredet wird

Bevor jemand ein Wort sagt, hat der Kalendereintrag den Verlauf schon festgelegt. Ein Käufer, der „Produktpräsentation" annimmt, kommt mit der Erwartung, zuzuhören. Er bereitet nichts vor, bringt niemanden mit und stellt keine Fragen. Dein Vertriebsmitarbeiter liefert dann pflichtbewusst, was im Titel stand.

Manuel Hartmann schreibt dazu im selben Newsletter: „Especially if you are dumb enough to name the meeting ‚Presentation', ‚Pitch' or ‚Demo'. Your prospects expect what you promised them. That you talk. A lot."

Unsere These: Der billigste Hebel auf den Gesprächsverlauf steckt in der Einladung. Wir ändern bei unseren Mandaten zuerst, wie ein Termin heisst und was in der Einladung steht, weil das jede Woche wirkt und nichts kostet.

Praktisch heisst das: Der Termin trägt den Zweck des Käufers im Titel. „Ausgangslage und Prioritäten im Vertrieb" statt „SalesPlaybook Produktdemo". In die Einladung gehören zwei bis drei Fragen, die ihr besprechen werdet. Damit weiss der Käufer, dass er reden wird, und bringt die Leute mit, die antworten können.

Teurer Fehler

Du änderst das Gesprächsverhalten im Training und lässt die Terminvorlage stehen. Dann üben deine Leute Fragen für einen Termin, der „Demo" heisst, und der Käufer wartet trotzdem auf die Demo. Die Vorlage schlägt das Training, jede Woche.

Höflichkeit, die im Forecast als Kaufsignal landet

Am Ende eines langen Monologs sagt ein Käufer selten „das interessiert mich nicht". Er sagt etwas Freundliches, das den Termin beendet. Dein Vertriebsmitarbeiter hört Interesse, trägt den nächsten Schritt ein und meldet ein gutes Gespräch. Drei Monate später fehlt der Umsatz, und niemand kann sagen, wo die Prognose gekippt ist.

Die drei Sätze, auf die es ankommt, kennt jeder. Der Unterschied liegt darin, was danach passiert.

Wische nach links oder rechts, um alle Spalten zu sehen.

Was der Käufer sagtWas dein Team hörtWas es meistens heisstWoran du es erkennstQuelle
„Schicken Sie mir mal Unterlagen."Interesse, Prüfung läuftDer Termin soll enden, ohne dass jemand absagen mussEs ist unklar, wer die Unterlagen lesen wird und wofürDiary Of A CRO, Manuel Hartmann
„Haben Sie Referenzen in unserer Branche?"Vertrauensfrage, fast geschafftEs fehlt ein Grund, überhaupt weiterzumachenDie Frage kommt am Ende statt am AnfangDiary Of A CRO, Manuel Hartmann
„Was geht denn beim Preis?"Kaufsignal, jetzt verhandelnDer Wert ist nicht angekommen, also bleibt der PreisNiemand hat über Folgen gesprochen, nur über FunktionenSalesPlaybook, Revenue-Enablement-Praxis

Keiner dieser Sätze ist ein Ausschlusskriterium. Sie werden erst gefährlich, wenn sie ungeprüft als Fortschritt verbucht werden. Die Gegenprobe dauert dreissig Sekunden: Frag nach, wer die Unterlagen liest und welche Frage sie beantworten sollen. Kommt darauf keine Antwort, war es eine Verabschiedung.

Was ein Erstgespräch liefern muss, damit der Deal prognostizierbar wird

Solange niemand festgelegt hat, was am Ende eines Gesprächs feststehen soll, führt jeder im Team ein anderes. Der eine kommt mit Budgetangaben zurück, der andere mit einem Gefühl. Vergleichen lässt sich das nicht, und deine Prognose ist am Ende die Summe unterschiedlich gemessener Dinge.

Unsere These: Ein Gesprächsstandard ist eine Ergebnisliste, keine Fragenliste. Wir schreiben bei unseren Mandaten auf, was nach dem Termin bekannt sein muss – nicht, welche Fragen in welcher Reihenfolge gestellt werden. Eine Fragenliste wird abgearbeitet, eine Ergebnisliste zwingt zum Zuhören.

Die fünf Ergebnisse eines Erstgesprächs: Anlass, Folge, Entscheidungsweg, Alternative und nächster Schritt

Fünf Dinge sollten nach einem Erstgespräch feststehen. Wie du sie erfährst, bleibt deinem Team überlassen:

Der Anlass

Warum jetzt und nicht vor einem Jahr. Ohne Anlass gibt es keinen Zeitpunkt, und ohne Zeitpunkt keinen Abschluss.

Die Folge

Was passiert, wenn nichts passiert. Das ist der Satz, den dein Käufer intern wiederholen muss.

Der Entscheidungsweg

Wer unterschreibt, wer mitredet, wer blockieren kann. Namen, keine Rollenbezeichnungen.

Die Alternative

Womit wird verglichen, und das schliesst „wir machen weiter wie bisher" ein. Das ist der häufigste Gegner.

Der nächste Schritt

Mit Datum und mit Namen, im Termin vereinbart. „Ich melde mich nächste Woche" ist keiner.

Fehlt eines dieser fünf Ergebnisse, ist der Deal kein Deal, sondern ein Gespräch mit Hoffnung. Das darf im System so stehen – es darf nur nicht in die Prognose.

Redeanteil lässt sich coachen

Die bequeme Erklärung lautet: Manche können es, andere nicht. Sie nimmt dich aus der Verantwortung und lässt dich auf die nächste Einstellung warten. Teuer wird sie, weil du Menschen austauschst, wo ein Rhythmus gereicht hätte.

Bei bexio ist genau das belegt: Die Case Study „+25 % Win-back-Rate durch praxisnahes 1:1-Coaching" beschreibt, was mit derselben Mannschaft möglich war: ohne neue Leute, in weniger als sechs Monaten. Gearbeitet wurde am Gespräch.

+25 %

Win-back-Rate durch praxisnahes 1:1-Coaching, in weniger als sechs Monaten

Quelle: Case Study bexio

Coaching heisst hier etwas sehr Konkretes: ein aufgezeichnetes Gespräch, zwei markierte Stellen, eine Sache, die beim nächsten Mal anders läuft. Wer dreissig Minuten über einen Termin spricht, den beide nur noch ungefähr erinnern, bewertet Eindrücke.

Willst du wissen, woran deine Gespräche gerade hängen?

Kostenlos · 60 Minuten · kein Pitch · ehrliche Einschätzung, ob es passt.

Kostenloses Erstgespräch

Wo der Redeanteil überhaupt sichtbar wird

Du kannst nur coachen, was du gesehen hast. Solange Gespräche nur als Notiz existieren, diskutiert ihr über Erinnerungen, und die beste Erinnerung gewinnt. Das ist der Grund, warum Coaching in vielen Teams folgenlos bleibt: Es fehlt nicht am Willen, es fehlt am Material.

Wir arbeiten dafür mit HubSpot, weil dort beide Hälften zusammenliegen – das Gespräch und der Deal, an dem es hängt. Drei Dinge reichen, um aus dem Redeanteil eine Kennzahl zu machen:

  • Gesprächsaufzeichnung (Call Recording) im Sales Hub, zugeschaltet für die Termine, die zählen. Die Gesprächsanalyse (Conversation Intelligence) legt Mitschrift und Sprechanteil direkt an den Kontakt.
  • Fünf Felder am Deal für die fünf Ergebnisse von oben – Anlass, Folge, Entscheidungsweg, Alternative, nächster Schritt. Leer ist eine zulässige Antwort und eine sichtbare.
  • Ein Pflichtfeld beim Stufenwechsel: Ein Deal rückt in der HubSpot-Pipeline nicht weiter, solange der Entscheidungsweg leer ist. Das ist die einzige Stelle, an der ein Workflow mehr bewirkt als eine Ansage im Meeting.

Mehr Technik braucht es am Anfang nicht. Wer mit einer Auswertung über alle Gespräche startet, baut ein Berichtswesen, bevor es ein Verhalten gibt, das sich berichten lässt.

Vom guten Gespräch zum Standard, den neue Leute erben

Ein Team, das gute Gespräche führt, ist noch kein Team, das sie weitergeben kann. Solange der Standard im Kopf deines besten Verkäufers wohnt, fängt jede neue Einstellung wieder bei null an. Du merkst es erst, wenn die Einarbeitung ein Quartal länger dauert als geplant.

Unsere These: Einarbeitung ist der Härtetest für jeden Gesprächsstandard. Was sich nicht in zwei Seiten aufschreiben und an einem aufgezeichneten Termin zeigen lässt, existiert nicht als Standard, sondern als Talent.

Bei beekeeper ist das durchgezogen worden: „5 neue Vertriebsmitarbeitende in 3 Monaten erfolgreich eingearbeitet" beschreibt genau diesen Fall: fünf Leute gleichzeitig, mit einem Standard, der weitergegeben werden konnte.

Der Rhythmus dahinter ist unspektakulär und hält genau deshalb: ein aufgezeichnetes Gespräch pro Person und Woche, zwanzig Minuten Besprechung, eine einzige Sache, die sich ändern soll. Im Monat darauf dieselbe Sache noch einmal, bis sie sitzt. Wer jede Woche etwas anderes verbessert, verbessert nichts.

Was sich in den ersten vier Wochen messbar ändert

Du brauchst keine Umstellung des ganzen Vertriebs, um zu sehen, ob das trägt. Vier Wochen reichen, wenn du die richtige Sache misst. Zähl, wie viele Gespräche die fünf Ergebnisse tatsächlich liefern. Die Abschlussquote bewegt sich erst danach.

Klare Empfehlung

Dein Team zeichnet noch keine Gespräche auf: Fang dort an und sonst nirgends. Ohne Mitschnitt ist jedes Coaching eine Diskussion über Erinnerungen, und die gewinnt der, der besser erzählt.

Dein Team zeichnet auf, bespricht aber unregelmässig: Setz den Rhythmus vor die Technik. Ein Gespräch pro Person und Woche, zwanzig Minuten, eine Sache – vier Wochen lang ohne Ausnahme.

Dein Team hat beides und die Prognose wackelt trotzdem: Dann fehlt die Ergebnisliste. Definier die fünf Dinge, die nach einem Erstgespräch feststehen müssen, und sperr den Stufenwechsel, solange der Entscheidungsweg leer ist.

Für dich heisst das: Änder diese Woche die Terminvorlage, nächste Woche den Coaching-Rhythmus. Die Felder im System kommen zuletzt, weil sie nur das abbilden, was im Gespräch schon passiert.

Weniger reden ist eine Führungsentscheidung

Der Redeanteil deiner Leute hängt an drei Dingen, die du alle kontrollierst: wie der Termin heisst, was das Gespräch liefern muss, und wie oft jemand zuhört und zurückmeldet. bexio hat damit die Win-back-Rate um 25 % gehoben, ohne das Team zu wechseln. Fang bei der Terminvorlage an – das kostet dich eine halbe Stunde.

Kostenlos · 60 Minuten · kein Pitch · ehrliche Einschätzung, ob es passt.

Autor:innen Manuel Hartmann

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sollte der Redeanteil im Verkaufsgespräch sein?
Eine allgemeingültige Zahl trägt nicht; entscheidend ist, ob nach dem Termin Anlass, Folge, Entscheidungsweg, Alternative und nächster Schritt feststehen.
Woran erkenne ich, dass „schicken Sie mir Unterlagen“ keine Kaufabsicht ist?
Frag im Termin nach, wer die Unterlagen liest und welche Frage sie beantworten sollen; bleibt das offen, war der Satz eine höfliche Verabschiedung.
Lässt sich Gesprächsführung im Vertrieb wirklich coachen?
Ja: bexio hat mit praxisnahem 1:1-Coaching derselben Mannschaft die Win-back-Rate um 25 % gehoben, in weniger als sechs Monaten.
Was gehört in die Terminvorlage, damit weniger geredet wird?
Der Zweck des Käufers im Titel und zwei bis drei Fragen in der Einladung, damit er weiss, dass er reden wird, und die richtigen Leute mitbringt.
Womit fange ich an, wenn mein Team noch keine Gespräche aufzeichnet?
Mit der Aufzeichnung selbst: ohne Mitschnitt ist jedes Coaching eine Diskussion über Erinnerungen, und die gewinnt der, der besser erzählt.

Ressourcen-Download

Download freischalten.

Gib deine E-Mail-Adresse ein. Danach startet der Download von „Verkaufsgespräch führen: Redeanteil senken“.

PDF, sofort nach der Abgabe · Kein Newsletter, kein Anruf

Wir verarbeiten deine E-Mail-Adresse in HubSpot, um dir diese Ressource bereitzustellen. Details stehen in der Datenschutzerklärung.

Dein Unternehmen als nächste Erfolgsgeschichte?

Kläre in einem kostenlosen 60-Minuten-Erstgespräch den Umsatzengpass, Fit oder No-Fit und den richtigen nächsten Schritt. Kein Pitch.

Kostenloses Erstgespräch