Ressourcen
Playbook HubSpot CRM 6 Min. Lesezeit

Sales Reporting mit HubSpot: Was wirklich zählt

Sales Reporting mit HubSpot ohne Diagramm-Wand: was du misst, warum es zählt und wie du Dashboards baust, die dein GTM-Team tatsächlich nutzt.

Mit KI erkunden
Auf LinkedIn teilen

1) Warum Vertriebscontrolling gerade jetzt über die Planung entscheidet

Hast du im Quartalsgespräch keine belastbare Antwort auf die Frage nach dem nächsten Quartal, verhandelst du Budget aus der schwächeren Position. Genau diese Lücke schließt ein sauberes Vertriebscontrolling.

Eine gute Auswertung beantwortet drei Fragen auf einer Seite: Wo stehen wir? Warum? Was kommt als Nächstes? Damit kannst du coachen, prognostizieren und schnell gegensteuern. Und das, ohne dass dein Vertrieb im Nebenjob Daten pflegt.

Konkret heißt das

  • Klarheit: Du siehst die Entwicklung und die Abschlussquote, dazu liegengebliebene Phasen und Plan gegen Ist.
  • Entscheidungen: Du erkennst, welche Kanäle zum Abschluss führen, und leitest daraus ab, wo du Personal aufbaust und was du beendest.
  • Prognose: Eine begründbare Sicht, die Aktivität und Pipeline mit dem Umsatz verbindet.

‌

2) Halte das Datenmodell eng und streng

Die meisten unbrauchbaren Auswertungen scheitern nicht am Diagramm, sondern daran, dass die zugrunde liegenden Datensätze nicht sauber miteinander verknüpft sind. Jede Nacharbeit von Hand kostet dann Vertrauen in die Zahl.

Das Rohmaterial liefert HubSpot bereits mit: Unternehmen, Kontakte und Deals. Dazu kommen Aktivitäten aus E-Mail und Telefonie sowie Aufgaben, Produkte und Angebote. Damit sich daraus Auswertungen ohne Flickwerk verdichten lassen, müssen Verknüpfungen und Zuständigkeiten sauber sein.

Das legst du fest

  • Eine Pipeline je Verkaufsbewegung. Segmente bildest du über Ansichten und Filter ab, nicht über zusätzliche Pipelines.
  • Jeder Deal braucht eine Zuständigkeit, einen Betrag und ein Abschlussdatum. Dazu kommen der nächste Schritt und die Verknüpfung zu Unternehmen und Hauptansprechpartner.
  • Automatische Protokollierung von E-Mail, Kalender und Telefonie, damit niemand das CRM wie ein Tagebuch führen muss.

‌

3) Bilde die Kundenreise als Bow-Tie ab, nicht als geraden Funnel

Umsatz endet nicht mit dem Vertragsabschluss. Eine Auswertung, die dort aufhört, übersieht den Teil des Geschäfts mit der besten Marge. Wachstum aus Bestandskunden taucht in einem geraden Funnel schlicht nicht auf.

Deine Auswertung bildet deshalb Gewinnung → Onboarding → Nutzung → Ausbau ab. Dazu gehören Conversion Rates (CR1–CR8) und Durchlaufzeiten (Δt1–Δt8). So sprechen Vertrieb, Customer Success und Marketing von MQL bis LTV dieselbe Sprache.

So setzt du es um

  • Leg die Conversion Rates vor dem Abschluss fest (Aufmerksamkeit → Information → Auswahl → Entscheidung) und danach (Onboarding → Nutzung → Ausbau).
  • Miss Δt je Übergang. So findest du Engpässe und coachst die Verkaufsbewegung, nicht nur die einzelne Person.

‌

4) Dashboards nach Rolle: ein Bildschirm je Aufgabe

Ein gemeinsames Dashboard für alle Rollen wird von keiner Rolle benutzt, weil jede darin drei Viertel Ballast sieht. Erst die Trennung nach Aufgabe entscheidet, ob ein Bericht gelesen wird oder nur existiert.

SDR und BDR: Pipeline planvoll aufbauen

  • Anrufe, E-Mails und Meetings. Dazu kommen die fälligen Nachfassaktionen und der Zustand der Lead-Warteschlange.
  • Im täglichen Stand-up behebst du die Stellen, an denen Antworten ausbleiben, und coachst die Sequenzen.

AE: Fortschritt, der Umsatz vorhersagt

  • Bewegung zwischen den Phasen, Abschlussquote und mittlere Durchlaufzeit. Dazu kommen die Abdeckung mit nächsten Schritten und die verschobenen Abschlussdaten.
  • Deal Reviews setzen die Austrittskriterien je Phase durch und lösen Blockaden.

Customer Success: Bindung, die das Wachstum verstärkt

  • Stand des Onboardings und Nutzungssignale, dazu die Pipeline für den Ausbau und die Kohorte mit Abwanderungsrisiko.
  • Wöchentliche Gesundheitsprüfungen lösen Playbooks für Risiko oder Upsell aus.

‌

5) Datenqualität zuerst, sonst lügen die Diagramme

Eine Zahl, der die Führung einmal nicht geglaubt hat, wird nie wieder Grundlage einer Entscheidung. Deshalb prüfst du die Grundlage vor jedem weiteren Bericht.

Ein eigenes Dashboard zur Datenqualität im Vertrieb hält alle ehrlich. Es zeigt sechs Dinge:

  • überfällige Deals
  • Deals ohne nächste Aktivität
  • Deals ohne Zuständige
  • Deals ohne Betrag
  • Deals ohne Unternehmen oder Ansprechpartner
  • Deals mit zu vielen Verschiebungen des Abschlussdatums

Verschick es wöchentlich. Die saubersten Teams machst du sichtbar, die Ausreißer coachst du.

Zwei Leitplanken kommen dazu

  • Pflichtfelder, ohne die sich eine Phase nicht weiterschalten lässt, hinterlegt in den Pipeline-Einstellungen.
  • Automatische Erinnerungen, etwa eine Aufgabe für die erneute Ansprache in sechs Monaten.

‌

Screenshot eines HubSpot-Dashboards zur Datenqualität: Kontaktdatensätze ohne Position, ohne Unternehmenszuordnung oder ohne E-Mail und Telefon, aufgeschlüsselt nach Quelle und Lifecycle Stage

‌

6) Eine Umsatzprognose, die im Quartalsgespräch standhält

Eine Prognose, die jeden Monat um zwanzig Prozent danebenliegt, kostet mehr als gar keine. Denn sie bindet Personal und Budget an eine Erwartung, die nicht eintritt. Belastbar wird sie erst mit sauberen Phasen und realistischen Zielen.

Verbinde dazu das Prognosewerkzeug von HubSpot mit drei Dingen. Erstens mit der gewichteten Pipeline nach den Wahrscheinlichkeiten je Phase. Zweitens mit der Entwicklung der Abschlussquote, an der du die Ziele prüfst. Drittens mit der Verfolgung von ARR und MRR gegen das Soll. Jede Woche gehst du durch, was sich bewegt hat, was sich verschoben hat und was verloren ist. Neben jedem Punkt steht die nächste Handlung.

So richtest du es schnell ein

  • Aktivier den Forecast in HubSpot, leg Kategorien fest und richte die Wahrscheinlichkeiten je Phase daran aus.
  • Ergänze Ansichten zur Abdeckung (Commit und Upside) und ein Feld für die Einschätzung der Risiken.
Screenshot der Zielkarten in HubSpot Sales Analytics für Umsatz, prognostizierten Umsatz, gebuchte Meetings, erstellte Deals und getätigte Anrufe

‌

7) Die 20 Auswertungen, die wirklich etwas bewegen

Zwanzig gute Berichte schlagen zweihundert, weil jeder zusätzliche Bericht die Aufmerksamkeit verdünnt, die auf den wichtigen liegt. Gruppier sie nach Aufgabe, nicht nach Datenquelle.

  • Klarheit über die Pipeline: Verteilung nach Phasen; gewichtete Pipeline gegen das Soll; Alter je Phase; gewonnen gegen verloren nach Grund.
  • Funnel und Quelle: Lead → MQL → SQL; dieselbe Strecke nach Quelle und Kampagne; neue Deals je Woche; durchschnittliche Deal-Größe im Neugeschäft gegen Bestand.
  • Aktivität und Meetings: Anrufe, E-Mails und Meetings je Person; Quote der vereinbarten Meetings; Aktivitäten je gewonnenem Deal.
  • Umsatz und Bindung: Umsatz nach Abschlussdatum; Neugeschäft gegen Ausbau; Abwanderungsrate; Verkaufschancen für Upsell.
  • Hygiene und Risiko: Deals ohne nächste Aktivität; überfällige Abschlussdaten; Deals ohne Zuständige oder mit fehlenden Angaben; Summe der Verschiebungen des Abschlussdatums.
Screenshot eines Berichts zur Zielerreichung in HubSpot Sales Analytics: abgeschlossener Umsatz im Vergleich zum Umsatzziel einer Vertriebsperson im vierten Quartal

‌

8) Von Folien zum System: ein Rollout in zehn Schritten

Der Unterschied zwischen einer Präsentation und einem System ist die Frage, was in der Woche nach der Präsentation passiert. Diese zehn Schritte beantworten sie, und die erste Fassung steht in einer Woche.

  1. Leg die Verkaufsbewegungen fest und führ je Bewegung eine Pipeline.
  2. Schreib die Austrittskriterien je Phase und hinterleg die Pflichtfelder dazu.
  3. Lass Aufgaben beim Eintritt in eine Phase und für die spätere erneute Ansprache automatisch erzeugen.
  4. Bind E-Mail, Kalender und Telefonie für die automatische Protokollierung an.
  5. Setz Dashboards für SDR, AE und Customer Success auf und liefere die erste Fassung in einer Woche aus.
  6. Führ eine wöchentliche Steuerungsrunde ein (Pipeline, Prognose, Hygiene).
  7. Coache je Monat ein Thema, zum Beispiel das Alter der Phasen.
  8. Schärf die Prognose nach: Abdeckung, Commit, Einschätzung.
  9. Richte Marketing und Customer Success auf dieselben Bow-Tie-Definitionen aus.
  10. Prüf das CRM quartalsweise: Felder, Workflows, Nutzung. Und entferne den Ballast.
Zahnrad-Diagramm „Rollout in zehn Schritten“: Verkaufsbewegungen festlegen, Austrittskriterien je Phase schreiben, Aufgaben automatisch erzeugen, E-Mail und Kalender anbinden, Dashboards aufsetzen, Steuerungsrunde einführen, monatlich ein Thema coachen, Prognose nachschärfen, Marketing und Customer Success ausrichten und das CRM quartalsweise prüfen
Autor:innen Erik Plischke

Häufig gestellte Fragen

Brauchen wir wirklich getrennte Dashboards für SDR, AE und Customer Success?
Ja, weil jede Rolle eine andere Entscheidung trifft. SDR steuert die erzeugte Pipeline, AE den Fortschritt bestehender Deals, Customer Success die Bindung und den Ausbau. Ein gemeinsames Dashboard nutzt erfahrungsgemäß keine der drei Rollen.
Welche Felder sollten beim Phasenwechsel Pflicht sein?
Mindestens Zuständigkeit, Betrag, Abschlussdatum und nächster Schritt, dazu die Verknüpfung zu Unternehmen und Hauptansprechpartner. Diese Pflichtfelder hinterlegst du in den Pipeline-Einstellungen je Phase.
Wie verhindern wir, dass die Datenqualität nach dem Go-live wieder abrutscht?
Mit einem wöchentlich versendeten Dashboard zur Datenqualität und automatischen Erinnerungen. So wird die Abweichung sichtbar, solange sie klein ist, statt erst im Quartalsgespräch aufzufallen.
Gewichtete Pipeline oder Forecast-Kategorien: Was ist besser?
Beides zusammen. Die gewichtete Pipeline liefert die rechnerische Grundlage, die Forecast-Kategorien die Einschätzung des Teams. Erst der Abgleich beider Sichten macht Abweichungen in der Umsatzprognose besprechbar.
Wie viele Auswertungen sind genug?
Rund zwanzig, gruppiert nach Aufgabe statt nach Datenquelle. Jeder weitere Bericht verdünnt die Aufmerksamkeit, die auf den wichtigen Kennzahlen liegen sollte.
Was gehört in ein Vertriebscontrolling mit HubSpot mindestens hinein?
Vier Blöcke reichen als Grundausstattung: Klarheit über die Pipeline, Funnel und Quelle, Aktivität und Meetings sowie Umsatz und Bindung. Ein fünfter Block für Hygiene und Risiko sichert die Belastbarkeit der übrigen Zahlen.

Kundenergebnisse

Sieh dir an, wie andere Umsatzteams diese Herausforderung gelöst haben.

Entdecke dokumentierte Ergebnisse aus vergleichbaren Pipeline-, CRM- und Vertriebsprojekten.

Passende Kundenstories ansehen

Dein Unternehmen als nächste Erfolgsgeschichte?

Kläre in einem kostenlosen 60-Minuten-Erstgespräch den Umsatzengpass, Fit oder No-Fit und den richtigen nächsten Schritt. Kein Pitch.

Kostenloses Erstgespräch